Hallo liebe Freunde von “Bulldogge-in-Not”!
Ich bin jetzt schon seit dem ersten Juli in meinem neuen Zuhause und ich finde es ist jetzt an der Zeit, dass ich Euch allen mal erzähle, wie es mir so geht. Also: Ich fange mal von vorne an …
Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Mimi. Und ich bin taub. Sehr aktive BiN-Gucker haben mich bestimmt schon erkannt; mein tolles Bild war ja echt lang auf der BiN-Seite. Aber Leute, ich sag Euch, das Warten hat sich für mich gelohnt - aber dazu später … wo war ich???
Ja, ich heiße Mimi. Ich hab ja früher Mogli geheißen. Aber das hat meiner neuen “all-inklusive-Service-Kraft” nicht gefallen. Sie hat gesat, dass “Mimi” viel besser zu meinem neuen Freund Curt-Mops passt. Und sie hat gesagt, ich hör es ja eh nicht… Sie hat aber vergessen, dass ich von den Lippen lesen kann!!
Leo Geurtsen hat mich am 1. Juli in meines neues Zuhaus gebracht. Ich wohne jetzt im schönen Baden-Württemberg in der Nähe der Burg Hohenzollern in einem kleinen Dorf namens Beuren. Leute, voll toll - links Wiese, rechts Wiese, vorne Wiese …
Am ersten Tag hab ich noch gar nicht so verstanden, was ich da jetzt soll und hab auch noch gar nicht gewusst, dass die Maxi (so heißt meine neue Bespasserin) mein neues Frauchen ist. Die hatte dann halt immer meine Leine in der Hand. Ich war voll aufgeregt und hab den ganzen Tag gehechelt und immer ganz laut gebellt und gejault, wenn mich mal jemand allein gelassen hat. Das hab ich auch nachts gemacht … Ich hab schon gesehen, dass die Maxi Angst hatte, dass ich immer so laut bin …
ABER: Ich muss sagen, sie hat ziemlich schnell verstanden, dass sie mir nur zeigen muss, dass ich ihr vertrauen kann und dass ich nicht mehr weg muss und dass, wenn es nachts dunkel ist und am nächsten Tag wieder hell, alle immer noch da sind. … Die Maxi hat mir am Anfang auch mein leckeres Fressen immer aus der Hand gegeben. Voll komisch … Aber egal, brauch ja keine Schüssel. Von ihr bekomme ich immer was. Da lohnt sich´s immer zu gucken …
Was auch voll toll ist, sind die langen Spaziergänge, die ich immer mit Maxi und Curt-Mops mache. Wir machen immer Abenteuerspaziergänge und spielen viel Ball und ich lerne schon viele Handzeichen, weil Maxi gesagt hat, dass ich viel lernen muss, damit ich schnell auf den Hundeplatz mit kann, um Agility zu machen. Sie hat nämlich voll gestaunt, wie schnell ich rennen kann - das hab ich gesehen.
(Maxi hat sich übrigens voll schlau gemacht - sie hat viel recherchiert und gelesen und hat sich über die Ausbildung von tauben Hunden informiert. Funktioniert echt gut, sie ist lieb, aber konsequent).
Nur mit dem Autofahren waren wir uns am Anfang nicht so einig. Ich hab im Auto immer voll geschrieben und Maxi dann auch. Sie musste halt auch lernen, dass ich ja das Schreien nicht hör. Aber wir haben eine Übe-EInheit gemacht mit im Auto sitzen, kurz zu machen und dann gleich loben. Und dann hat sie länger zu gemacht und so weiter … Ich hab verstanden, was sie von mir will => ich soll die Klappe halten! Jetzt schreie ich nur noch dreimal, wenn wir mit dem Auto losfahren. Das mach ich nämlich immer, wenn ich mich freue. Das hat Maxi jetzt auch schon verstanden. Ich bell beim Autofahren, morgens beim Aufwachen, beim mit Curt spielen und wenn´s losgeht mit spazieren (… und nur noch wenig, wenn ich allein bin, aber das lass ich irgendwann auch noch).
Also wie schon am Rande erwähnt, die Maxi und ich halten viel Zwiesprache und das funktioniert auch ohne zu hören. Maxi hat mich die letzten Wochen immer so fragend angeschaut und hat die Macke gesucht an mir, warum ich weggegeben wurde. (Ich kann ja echt viel, aber das kann ich einfach nicht in Menschich beantworten). Aber das ist mir mitlerweile egal: Maxi ist toll, Curt ist mein neuer hörender (das nutz ich aus) Freund und mit Maxi´s Siamkatze Vally schlafe ich in einem Bett. (Maxi darf auch mit rein).
So, jetzt muss ich noch mal für kleine Königs-Bulldoggen und dann geh ich schlafen.
Ich verabschiede mich und sage: “Heute ist nicht alle Tage - ich meld mich wieder, keine Frage!”
Eure Mimi
PS: Maxi will auch noch was sagen. Also bitte:
“Liebe BiN-Freunde!
Kurz zu meiner Person. Ich bin 25 Jahre alt und habe die Hunde schon lange zu meinem Hobby auserkoren. Die Mimi hat mich einfach angesprochen und ihre Taubheit hat mich zwar zum Nachdenken angeregt, aber mich nicht abgeschreckt.
Und wie Ihr dem Bericht entnehmen könnt, ist es gar nicht so schlimm, einen tauben Hund zu haben. Im Gegenteil: Er lehrt einen wichtige Dinge, wie einmal 5 gerade sein lassen und seinen Hund und eigentlich gerade die Hörenden nicht so zuzutexten!!! Mein Mops Curt ist mir bei dem Händeln von Mimi eine große Hilfe.
Mein Fazit: Scheut Euch nicht vor einem tauben Hund.”