Bruno

Written by Gabi on Juni 28th, 2010

Zwischenzeitlich habe ich mein neues Zuhause gefunden, aber ich muss noch erzählen, wie es mir bei meinen Pflege-Eltern ergangen ist:

Nachdem ich von meiner Familie verlassen wurde, kam ich kurzfristig über das Tierheim zur Pflegestelle mit 2 großen, englischen Bulldoggen. Dort war ich aber nicht gern gesehen. Ich hatte nichts gegen diese beiden, aber diese beiden waren soooooo eifersüchtig und haben mich gebissen.

Daraufhin wurde für mich eine andere Pflegestelle gefunden und ich wurde am selben Tag dort hingebracht. Hier war ich willkommen und wurde ganz lieb aufgenommen. Allerdings war in diesem Haus ein Aufzug und ich wollte dort nicht rein. Nachdem aber meine neuen Pflegeeltern immer mitgefahren sind, wurde ich immer mutiger. Außerdem musste ich dann nicht die vielen Stufen rauf- bzw. runterlaufen. Nun ist ein Fahrstuhl für mich kein Problem mehr.

Da ich nicht so genau wusste, ob ich diesen Menschen vertrauen kann, war ich schon etwas eingeschüchtert. Die haben mich aber so verwöhnt mit Leckerchen und einem warmen Plätzchen auf dem Sofa, so dass ich schon bald meine Scheu verloren habe. Ich musste auch aufpassen, dass keine Eichhörnchen auf der Terrasse spielen und an meine Futtervorratskiste gehen. Die habe ich schon am 3. Tag mit lautem Gebell verjagt.

Außerdem musste ich mein Pflegeherrchen beim täglichen Gassigang, bei dem ich ohne Leine auf einer großen Wiese laufen durfte, (weil ich ja so gut gehorche) gegen einen Golden Retriever verteidigen, weil dieser doch die mir zugedachten Hundekekse von meinem Pflegeherrchen abholen wollte.

Nach über einer Woche hat mich nun mein zukünftiger Besitzer hier abgeholt und vielleicht werdet Ihr mal wieder etwas von mir hören, wie es mir nun in Brandenburg geht.

Euer

Bruno

Alltag zwischen knurren und lecken

Written by Gabi on November 21st, 2009

Jetzt haben wir unseren Taison schon ein Vierteljahr und ich muss sagen, es sind schöne Monate, die wir mit ihm verbringen konnten (nur ganz klitzekleine Ausnahmen).

Unser Vertrauen wächst von Tag zu Tag. Ich glaube, Taison ist zu Hause angekommen. Wir entdecken immer mehr Liebenswürdigkeiten an ihm.

Wenn man einen Hund aus dritter Hand bekommt, ist es wie mit einem Überraschungsei; man weiß nie, was in ihm steckt. Einen Welpen kann man sich nach eigenen Richtlinien erziehen. Einen ausgewachsenen Hund muss man erstmal so nehmen, wie er ist. Mit Feingefühl erkunden, was in ihm steckt. Es ist erschreckend, wenn man mitbekommt, dass ein Hund vor einer Fliegenklatsche Angst hat. Oder wenn man ein Halsband ummachen will, dass man dann die Zähne gezeigt bekommt. Dann fragt man sich schon, was hat “man” mit ihm gemacht.

Inzwischen weiß Taison, dass eine Fliegenklatsche für Fliegen da ist und nicht für Hunde - darum ja auch Fliegenklatsche, sonst wär´s ja eine Hundeklatsche. So haben wir ihm das erklärt. Aber wir werden genau beobachtet, ob wir auch wirklich nur Fliegen treffen wollen.

So langsam entwickelt er sich auch zum Schmusehund. Mein Mann kann zum Beispiel keinen Schritt mehr ohne Bodyguard gehen. Und das schlimmste - wo Bernd stehenbleibt, fällt auch der Bodyguard auf den Boden. Platsch, da liegt er. Egal wo. Mann muss über ihn wegsteigen, sonst hat man keine Chance weiter zu gehen. Nur … mein Mann hat einen Rollator. Da hilft nur: wegschieben.

Auch beim Staubsaugen werde ich bewacht. Nur, mit dem Schlauch und dem Schlitten kommt man manchmal durcheinander. Dann kullert auf einmal eine vierbeinige Rakete durch meine Beine und ist schneller im Raum als ich. Schüttelt sich und freut sich, dass er mich vor dem Monster gerettet hat.

Auch nach dem Fressen hat man so seine komischen Angewohnheiten. Morgens, nach der Fütterung, geht es erstmal ganz ruhig in den Garten. Und dann kommt mit einem Mal so eine Rakete ins Wohnzimmer geschossen. Mit Karacho durch die Wohnzimmertür ins Schlafzimmer, auf den Rücken geschmissen und sich erstmal schubbern und Grunzlaute ausstoßen. Dann immer schön an der Wand lang und seinen Kopf und den Rest der dranhängt an der Tapete abwischen. Wenn das überstanden ist, ab ins Körbchen und mit Herrchen noch ´ne Rutsche schlafen.

Mit dem Halsband geht es auch schon besser. Es wird zwar noch ein bisschen gebrummelt, aber wir arbeiten dran. Draußen hat man aber auch so seine Angewohnheiten. Zum Beispiel sieht es Taison überhaupt nicht ein, den gleichen Weg wieder zurückzugehen. Nö - ergibt keinen Sinn. Also: Umwege einplanen.

Uns so tasten wir uns durch den Alltag.

Aber auch wir sind viel ruhiger geworden. Wenn Taison etwas haben will, dann fängt er immer noch an, es knurrend und zähnefletschend zu verteidigen. Wir lenken ihn dann ab, indem wir ganz ruhig etwas anderes anbieten. Ball oder anderes Spielzeug. Aber mittlerweile reicht schon ein konsequentes NEIN und er akzeptiert es - nicht immer, aber immer öfter.

Aber es ist einfach schön, wie der kleine Knoten sich freuen kann, wenn man nur mal 10 Minuten den Raum verlassen hat und dann wieder reinkommt. Oder er sich ins Schlafzimmer auf seinen Platz zum Schlafen legt und dann wieder zu uns kommt. Als wenn er uns stundenlang nicht gesehen hat. Das sind Dinge, die alles wieder wett machen.

Ich bin im Moment ganz dolle erkältet. Aber ich habe ja einen kleinen Schmusehund. Wenn ich mich auf dem Sofa mit einer Decke zudecke, dann kommt eine kleine Schnarchnase und kuschelt sich ganz dolle an mich. Es ist einfach schön. Taison links von mir und Novi rechts. Da kann man doch nur gesund werden - oder ??

Notbully Lennox alias Cooper meldet sich…

Written by Leo on Oktober 28th, 2009

Bei www.bulldogge-in-not.de könnt Ihr ein Bild unter dem Namen „COOPER” von mir sehen.  In Wirklichkeit heiße ich allerdings „LENNOX” und bin ein Bully. An einem Sonntag im Oktober hat sich mein Leben total geändert. Aus meinem kalten Garten und dunklen Garage kamen liebe Menschen, haben mich und meine Begleiterin in ein Auto verfrachtet und spazierengefahren. An einem Treffpunkt bekam ich ersteinmal ordentliches Futter (ich hatte soooooooooooo einen Kohldampf) und die lieben Menschen wurden ausgetauscht.

Nach ein paar Stunden Fahrt, wieder in einem warmen Auto, kamen wir in NRW an und das andere Ende an meiner Leine führte mich in einen Lift, fuhr mit mir in die 3. Etage und dort wurde ich schon wieder nett begrüßt. So einen Luxusladen hatte ich allerdings in meinem bisherigen Leben noch nicht gesehen. Der vorhandene Holzfußboden ist sogar beheizt….Und dann stand da sogar schon eine Fressschüssel und eine Wasserschüssel. Anschließend hatte ich ersteinmal einen Bauch wie ein Biafra-Kind und alle dachten, ich platze bald. Zur Einrichtung passe ich, glaube ich zumindest, schon mal ganz gut. Typisch englisch eben…. Allerdings haben meine Gasteltern die Nase gerümpft. Ich muss wohl etwas streng gerochen haben. Sie haben dann ersteinmal einen schönen Gassigang (eine riesige Wiese zum Laufen ohne Leine und mit Begnungen von anderen Hunden) gemacht und auf dem Rückweg haben meine Pflegeeltern - obwohl Sonntag war - doch Hundeshampoo besorgt. Mir schwante nichts Gutes.

Wieder zuhause, hat mein neues Pflegefrauchen sich ausgezogen und ehe ich mich versah, saß ich mit ihr in der Dusche. Warmes Wasser kam aus einer Brause (hatte ich ja schon lange nicht mehr erlebt) und dann wurde ich eingeseift. Aber weil mir alles bisher so gut gefiel, habe ich soooooooooo  still gehalten, wie ein Schaf auf der Schlachtbank….. Anschließend wurde ich trockengerubbelt und kam in ein warmes Frotteetuch und dann gab es doch tatsächlich schon wieder Futter und dann auch noch Schmuseeinheiten. Ich brauche so sehr ein bisschen Liebe und Streicheleinheiten. Allerdings weiß ich nicht so genau, was die von mir wollen, wenn sie sich zu mir auf den Boden legen. Dann sprechen sie immer von Spielen. Ich weiss gar nicht was das ist.

Heute bin ich schon den 4. Tag in meinem neuen Pflegeheim und kann mich schon entspannt zum Schlafen legen. Die schimpfen auch gar nicht mit mir, wenn ich mir Nachts das Sofa aussuche, im Schlafzimmer bei denen ist es mir echt zu kalt. Die Heizung scheint bei denen in dem Zimmer nicht zu funktionieren. Ausserdem steht immer Wasser für mich parat und die Futterrationen schaffe ich kaum aufzufressen. Die haben hier aber auch so komische, leckere Sachen. Heute gab es z. B. Blumenkohl, und heute morgen Quark mit rohem Ei. Manchmal muss ich doch schon was übrig lassen. Hab’ bestimmt schon etwas zugenommen. Oje, wo bleibt meine Taille, wenn das hier so weitergeht…..

Also bisher geht es mir schon richtig gut. Hoffe, es bleibt so.

Bis demnächst…

Alice und Cooper…. ein weiteres Schicksal

Written by Leo on Oktober 28th, 2009

Hallo, ich habe schon sehr lange nicht mehr von der Pflegestelle geschrieben. Die Zeit und auch Kraft was hier nieder zu schreiben, hat mir ganz einfach gefehlt. Bloß Gestern hat die ganze Geschichte mit den Nothunden einen weiteren Höhepunkt erlebt und ich muss einfach darüber schreiben. Was mir hier auch sehr am Herzen liegt ist immer noch unser armer Mike. Leider ist Mike immer noch nicht vermittelt und lebt schon seit über 4 Monaten bei uns in der Pflegestelle. Ich finde es echt schon verwunderlich, aber Mike scheint zu alt zu sein?? Zu alt….das waren die Antworten von einigen Bewerbern. Sorry, aber bei sowas sträuben sich mir die Haare im Nacken. Ich weiß nicht was manche Menschen sich denken, wenn Sie sich für einen Nothund bewerben. Das ich hier welche auf Vorrat nach Wunsch habe? “Ich hätte gerne einen Braun-Weiß gefleckten, der noch nicht so alt ist,” kam ein Anruf. Ich hörte ganz verstört zu und ich muss auch leider gestehen, das ich für solche Anrufe überhaupt kein Verständnis habe. Aber nun gut, ich spielte dieses mal mit. Ich fragte nach:”Wie alt soll er denn sein?” “Maximal 2 Jahre!!” kam es wie aus der Pistole geschossen. “Mmmh”, grummelte ich in den Hörer. “Leider, kann ich Ihnen da nicht helfen”, erwiderte ich. “Zweijährige, sind z. Zt. aus!” Was danach folgte, war eine Belehrung von meiner Seite über die Nothunde und wenn man sich an eine Tierschutzorganisation wendet, man sich doch Gedanken machen sollte was erwarte ich von einer solchen Organisation? Na klingelt es? Sicher, hatte es auch nicht anders erwartet. Ich erwarte bzw. nehme an das sich eine solche Organisation Hunde in Not kümmert, oder bei der Vermittlung behilflich ist. Und leider ist es so das mache Hunde eben Älter sind. Und diese Hunde haben auch noch ein Recht alt zu werden und das in einem schönen Zuhause. Sollte ich einen jungen Hund suchen, so muss ich mir einem vom Züchter holen. Ich sag euch ganz ehrlich, aber das hat auch die Erfahrung gezeigt, Interessenten die sich einfach nur für einen Hund bewerben ohne auf das Alter des Hundes zu schauen haben den meisten Spass mit dem Hund. Aber auch der Hund hat dort ein sehr gutes Zuhause.

Na, wieder zuweit ausgeholt. Eigentlich bin ich eher sauer auf die Leute die sich um ihre Hunde nicht kümmern. Wie die Beiden Alice und Cooper. Wobei die im wahren Leben Lennox und ….leider kann ich die Schrift im Impfausweis nicht richtig entziffern. Somit heißt die Dame Miss Marple…oder liebevoll Oma. Die Beiden sind dank dem Tierschutz aus Belgien und Jadranka aus einer Gartenhaltung rausgeholt worden. Gartenhaltung? Ja, die Hunde lebten die letzte Zeit draußen im Freien und hatte eine Möglichkeit in der Garage zu übernachten. Der ehemalige Besitzer hat bei einem Umzug beschlossen die Hunde einfach nicht mehr ins Haus zu lassen. Das sieht man den Hunden auch an. Leider ein wenig unterernährt und verwahrlost.

Wir hatten gedacht es wäre schlimm, aber das es schlimm würde hätte wir nie gedacht. Am Sonntag trafen wir Jadranka und die Dame vom Tierschutz an einem vereinbarten Treffpunkt. Und wir übernahmen die Beiden. Beide sahen ausgehungert aus und wir gaben ihnen erstmal ein wenig zu fressen und zu trinken.

Lennox hat gefressen und getrunken als gäbe es Morgen nichts mehr, das lässt darauf schließen, das es wohl nicht regelmäßig was zu fressen gab. Nach kurzer Besprechung, haben wir uns dann auf den Weg gemacht um die Beiden auf den Pflegestellen zu verteilen. Die Fahrt war ruhig. Lennox brachten wir zu einem Paar, das schon einmal auf einen von unseren Nothunden aufgepasst hatte. Lennox machte es sich auf dem schönen warmen Boden bequem. Man konnte merken wie er es genoss das er es nun warm hatte. Als ich in seine Augen sah, sah ich eine Erleichterung, das er nun nicht mehr nur draußen sein musste. Leider konnten wir nicht lange bleiben und mussten weiter. Schließlich wartete die Dame noch im Auto und diese sollte ja auch noch ihr neues Übergangsheim kennen lernen. Leider hat das mit der Fahrt nicht so gut funktioniert.

Miss hat sich nämlich einige Male übergeben. Zuhause angekommen, wurde sie erstmal von dem Rest begutachtet. Natürlich getrennt….denn Mike musste mal wieder zeigen das er sie garnicht toll fand. Somit konnte Mike sie nur kurz durch das Gitter beobachten und anbellen. Schade eigentlich. Der Rest der Meute fand sie o.k.

Mal sehen wie sich das alles weiter entwickelt. Der Arzt Termin mit ihr war o.k. Soweit keine Beschwerden, außer einen leichten Blasenentzündung. Mal sehen was aus der Dame wird und wie sich sich hier weiter gibt.

Herbsttreffen im westfälischen Büren

Written by Gabi on Oktober 14th, 2009

Am letzten September-Wochenende fand in Büren das Herbsttreffen von Bulldogge in Not statt.

Bei herrlichem Herbstwetter trafen sich rund 20 Bulldogger/-innen mit 13 Hunden zum gemütlichen Beisammensein.

Nach dem Eintreffen ging es erst einmal durch Wiesen und Wald zu einer großen Wiese an der Alme. Hier konnten die gar nicht wasserscheuen Vierbeiner im kühlen Nass herumtollen. (Gut, es gab auch ein paar Ausnahmen, die sich nicht die Pfoten befeuchten wollten, aber die waren in der Minderheit). Die Zweibeiner nutzten dies u.a. zum Kennenlernen, denn neben alten Bekannten, waren auch einige Neue der Einladung zum Treffen gefolgt.

Nachdem die Hunde sich nun ein wenig müde getobt hatten, konnten wir Menschen uns zum Mittagessen begeben, dass unsere Gastgeber Marion und Frank schon auf ihrer herrlichen Terrasse vorbereitet hatten. Bis zum späten Nachmittag - u.a. nochmal mit Kaffee und Kuchen - nutzten alle die Gelegenheit zum Klönen, fachsimpeln und mit den Hunden spielen.

Das gemeinsame Abendessen fand im Hotel statt, so dass sich auch die bis dahin Aktiven bedienen lassen konnten. In gemütlicher Runde wurde vieles vom Nachmittag vertieft und viel gelacht.

Der zweite Tag des Treffens begann mit dem gemeinsamen Frühstück. Danach wurde der Spaziergang vom Vortag wiederholt. Die Hunde nahmen das Angebot der “Wasserspiele” nur allzu gerne wieder an.

Der Ausklang fand dann auf der Sonnenterrasse statt.

Alles in allem war es ein wunderschönes, harmonisches Wochenende mit alten und neuen Vereinsmitgliedern, vielen Bulldoggen. Darunter einige Nothunde - bei denen wir uns bei dieser Gelegenheit gleich davon überzeugen konnten, wie gut sie es getroffen haben.

Ein Dankeschön an alle, die mit ihrer Teilnahme zum Gelingen des Treffens beigetragen haben und natürlich an Marion und Frank für die tolle Bewirtung.

Mimi - ehemals Mogli berichtet …

Written by Gabi on September 8th, 2009

Hallo liebe Freunde von “Bulldogge-in-Not”!

Ich bin jetzt schon seit dem ersten Juli in meinem neuen Zuhause und ich finde es ist jetzt an der Zeit, dass ich Euch allen mal erzähle, wie es mir so geht. Also: Ich fange mal von vorne an …

Darf ich mich vorstellen? Ich heiße Mimi. Und ich bin taub. Sehr aktive BiN-Gucker haben mich bestimmt schon erkannt; mein tolles Bild war ja echt lang auf der BiN-Seite. Aber Leute, ich sag Euch, das Warten hat sich für mich gelohnt - aber dazu später … wo war ich???

Ja, ich heiße Mimi. Ich hab ja früher Mogli geheißen. Aber das hat meiner neuen “all-inklusive-Service-Kraft” nicht gefallen. Sie hat gesat, dass “Mimi” viel besser zu meinem neuen Freund Curt-Mops passt. Und sie hat gesagt, ich hör es ja eh nicht… Sie hat aber vergessen, dass ich von den Lippen lesen kann!!

Leo Geurtsen hat mich am 1. Juli in meines neues Zuhaus gebracht. Ich wohne jetzt im schönen Baden-Württemberg in der Nähe der Burg Hohenzollern in einem kleinen Dorf namens Beuren. Leute, voll toll - links Wiese, rechts Wiese, vorne Wiese …

Am ersten Tag hab ich noch gar nicht so verstanden, was ich da jetzt soll und hab auch noch gar nicht gewusst, dass die Maxi (so heißt meine neue Bespasserin) mein neues Frauchen ist. Die hatte dann halt immer meine Leine in der Hand. Ich war voll aufgeregt und hab den ganzen Tag gehechelt und immer ganz laut gebellt und gejault, wenn mich mal jemand allein gelassen hat. Das hab ich auch nachts gemacht … Ich hab schon gesehen, dass die Maxi Angst hatte, dass ich immer so laut bin …

ABER: Ich muss sagen, sie hat ziemlich schnell verstanden, dass sie mir nur zeigen muss, dass ich ihr vertrauen kann und dass ich nicht mehr weg muss und dass, wenn es nachts dunkel ist und am nächsten Tag wieder hell, alle immer noch da sind.  … Die Maxi hat mir am Anfang auch mein leckeres Fressen immer aus der Hand gegeben. Voll komisch … Aber egal, brauch ja keine Schüssel. Von ihr bekomme ich immer was. Da lohnt sich´s immer zu gucken …

Was auch voll toll ist, sind die langen Spaziergänge, die ich immer mit Maxi und Curt-Mops mache. Wir machen immer Abenteuerspaziergänge und spielen viel Ball und ich lerne schon viele Handzeichen, weil Maxi gesagt hat, dass ich viel lernen muss, damit ich schnell auf den Hundeplatz mit kann, um Agility zu machen. Sie hat nämlich voll gestaunt, wie schnell ich rennen kann - das hab ich gesehen.

(Maxi hat sich übrigens voll schlau gemacht - sie hat viel recherchiert und gelesen und hat sich über die Ausbildung von tauben Hunden informiert. Funktioniert echt gut, sie ist lieb, aber konsequent).

Nur mit dem Autofahren waren wir uns am Anfang nicht so einig. Ich hab im Auto immer voll geschrieben und Maxi dann auch. Sie musste halt auch lernen, dass ich ja das Schreien nicht hör. Aber wir haben eine Übe-EInheit gemacht mit im Auto sitzen, kurz zu machen und dann gleich loben. Und dann hat sie länger zu gemacht und so weiter … Ich hab verstanden, was sie von mir will => ich soll die Klappe halten! Jetzt schreie ich nur noch dreimal, wenn wir mit dem Auto losfahren. Das mach ich nämlich immer, wenn ich mich freue. Das hat Maxi jetzt auch schon verstanden. Ich bell beim Autofahren, morgens beim Aufwachen, beim mit Curt spielen und wenn´s losgeht mit spazieren (… und nur noch wenig, wenn ich allein bin, aber das lass ich irgendwann auch noch).

Also wie schon am Rande erwähnt, die Maxi und ich halten viel Zwiesprache und das funktioniert auch ohne zu hören. Maxi hat mich die letzten Wochen immer so fragend angeschaut und hat die Macke gesucht an mir, warum ich weggegeben wurde. (Ich kann ja echt viel, aber das kann ich einfach nicht in Menschich beantworten). Aber das ist mir mitlerweile egal: Maxi ist toll, Curt ist mein neuer hörender (das nutz ich aus) Freund und mit Maxi´s Siamkatze Vally schlafe ich in einem Bett. (Maxi darf auch mit rein).

So, jetzt muss ich noch mal für kleine Königs-Bulldoggen und dann geh ich schlafen.

Ich verabschiede mich und sage: “Heute ist nicht alle Tage - ich meld mich wieder, keine Frage!”

Eure Mimi

PS: Maxi will auch noch was sagen. Also bitte:

“Liebe BiN-Freunde!

Kurz zu meiner Person. Ich bin 25 Jahre alt und habe die Hunde schon lange zu meinem Hobby auserkoren. Die Mimi hat mich einfach angesprochen und ihre Taubheit hat mich zwar zum Nachdenken angeregt, aber mich nicht abgeschreckt.

Und wie Ihr dem Bericht entnehmen könnt, ist es gar nicht so schlimm, einen tauben Hund zu haben. Im Gegenteil: Er lehrt einen wichtige Dinge, wie einmal 5 gerade sein lassen und seinen Hund und eigentlich gerade die Hörenden nicht so zuzutexten!!! Mein Mops Curt ist mir bei dem Händeln von Mimi eine große Hilfe.

Mein Fazit: Scheut Euch nicht vor einem tauben Hund.”

Ein Giftzwerg namens Taison

Written by Gabi on September 4th, 2009

Als wir Ende Juli von Eduard Jegodka den Anruf bekamen “ich hätte einen Nothund für Euch”, war die Freude groß. Wollten wir doch nach Tiffy wieder einen Hund aufnehmen.

Es zog also Taison bei uns ein. Ein selbstbewußter Knoten, der die Wohnung gleich mit Beschlag überzog. Als wir jedoch seine Vorgeschichten zu hören bekamen, wurde mir doch ein wenig mulmig zumute: “Lässt sich nichts wegnehmen; schmust nicht; wenn Ohren nach hinten - Achtung; nicht an Ohren und Pfoten fassen; frisst sehr schlecht; versucht seinen Willen durchzusetzen.”

Die erste Nacht schlief Bernd mit Taison im Wohnzimmer, damit erst einmal Ruhe einkehren konnte und er sich an sein Körbchen gewöhnen sollte. Am zweiten Tag lag Taison nur apathisch auf dem Sofa oder im Körbchen. Wir dachten, er hätte seine Depri-Phase. Dann sah ich, dass sein Speichel blutig war. Der Tierarzt stellte eine Fistel unter seiner Zunge fest, die aufgegangen war. Darum konnter der kleine Kerl auch nicht fressen.

Das 1. Problem war also gelöst - er frisst wieder.

Am nächsten Tag haben wir in der Essecke gesessen und Taison wollte unbedingt auf einen leeren Stuhl. Ein scharfes “Nein” und den Stuhl nach vorne kippen hatte den Erfolg, dass er wütend knurrte und in den Stuhl biss. Mein Herz pupperte irgendwo in der Kniegegend. Aber:

Das 2. Problem war gelöst - Stühle in Essecke sind tabu.

Am dritten Tag kauften wir noch einen Korb für Taison, damit wir einen im Schlaf- und im Wohnzimmer haben. Nun diesen Hund dahin bringen, nicht mit im Bett zu schlafen, da Novi (unser Doggerich) es auch nicht darf - gleiches Recht für alle. Allein schon ein Halsband anzulegen bedeutete bei Taison Kampf. Wir haben ihm dann eine 3-Meter-Leine angelegt und jedes Mal, wenn er den Versuch startete ins Bett zu kommen, wurde er mit einem scharfen “NEIN” zurückgezogen. Das ganze dauerte ungefähr 2 Stunden, dann waren die Grenzen gesetzt.

Das 3. Problem war gelöst - Bett ist tabu.

Ich will hier nichts beschönigen, mein Herz hat am Anfang mehr in der Kniegegend geschlagen, als in der Brust. Und als der Giftzwerg sich auch noch vor Novi aufbaute und den dicken Max raus ließ, stand für mich fest, das war´s jetzt. Verzweifelt rief ich bei Jegodkas an und schilderte die Situation. Und jetzt einen gaaanz dicken Kuss auf die Backe von Eduard. Wir haben ein sehr langes Gespräch geführt. Er machte mir klar, dass ich mit dem kleinen Kerl reden muss. “Das macht man bei Bulldoggen so!” Also schnappte ich mir Taison und machte ihm klar, dass ab sofort ein anderer Wind herrscht. Dass ich ihn wirklich sehr gern mag, aber wenn er sich nicht an unsere Regeln hält, er knallhart von mir wieder zurückgebracht wird. Große Kulleraugen schauten mich an, dann wurde ich angekläfft und er verschwand ins Körbchen.

Von da an haben wir einen anderen Hund (hört sich blöd an - ich weiß - aber es ist wirklich so). Wir arbeiten am gegenseitigen Vertrauen. Halsband anlegen wird nur noch mit schönen Dingen verbunden. Spazierengehen mit einem kleinen Bad als Abstecher. Wir haben nämlich herausgefunden, dass er gerne ins Wasser geht. Betteln am Tisch bringt nichts. Auch mit der Pfote an die Beine von Herrchen oder Frauchen stupsen wird ignoriert. Leckerchen gibt es ja sowieso anschließend in der Küche. Und schmusen macht richtig Spaß. Auch Bauchstreicheln.

Wir haben noch eine ganze Menge Arbeit vor uns. Aber wenn wir sehen, was wir in der kurzen Zeit durch Ruhe und Konsequenz erreicht haben, können wir stolz auf uns alle sein. Und wir hoffen, dass aus einem großen Giftzwerg einmal ein klitzekleiner wird.

Hier nochmals ein ganz großes Dankeschön an Kathrin und Eduard Jegodka. Ihr Zwie seid einfach unbezahlbar. Ihr habt uns mit Eurer ruhigen Art unwahrscheinlich viel geholfen.

Madame Sissy…

Written by Leo on Mai 15th, 2009

Schon seit Jahren war ich auf der Suche nach englischen Bulldoggen. Ich erlebte sie bei Bekannten und Verwandten und wollte unbedingt auch einen Kleinen von diesen faltigen Plattschnäuzern in meiner Wohnung haben. Durch Zufall stießen meine Freundin und ich dann vor wenigen Wochen auf die Seite „Bulldogge in Not“.

Als wir die Bilder betrachteten und die kleine Sissy sahen, ward es dann gänzlich um uns geschehen: Wir wollten ihr ein liebevolles Zuhause bieten. Und so kam es dann auch.
Die angeborene Muskelschwäche stellt für sie überhaupt kein Problem dar. Sie ist aktiv und quirlig wie jeder andere Hund auch. In den ersten zwei Wochen hatte sie mit schlimmen Durchfall zu kämpfen. Wir machten uns große Sorgen, doch eine Untersuchung beim Arzt ergab, dass sie im Grunde völlig gesund und schmerzfrei ist.
Gleich zu Anfang merkten wir, dass sie eine kleine Freche ist. Sie zerbiß als erstes ihre Leine.Nun läuft sie immer ohne, hört aber sofort, wenn wir sie rufen. Begegnet sie dann anderen Hunden, hält sie sich zunächst ladylike zurück – taut jedoch schnell auf und tobt mit ihnen wild herum. Manchmal kann es übrigens vorkommen, dass sie beim Laufen einschläft.

In der Nachbarschaft ist sie bereits ein kleiner Star und erhält oft Leckerli von den grinsenden Leuten. Sie ist äußerst neugierig und erkundet mit Vorliebe fremde Autos, wenn die Türen offen sind.
Unsere Wohnung ist ihr Territorium. Sobald sich draußen etwas bewegt, steht sie an der Tür und bellt dem vermeintlichen Eindringling ihre Meinung. Auch ein Deko-Plastikmops wird mahnend angeknurrt, wenn sie an ihm im Flur vorbeiwuselt. In unseren Plastik-Mülleimer hingegen hat sie sich wohl verliebt – so sehr, dass sie ihn sogar besteigt, obwohl sie doch eine kleine Dame ist. Auf entsprechenden Nachwuchs sind wir sehr gespannt.
Sie ist eine äußerst aufgeweckte Hündin. Das Sofa hat sie bereits für sich vereinnahmt – vom Körbchen will sie nichts mehr wissen. Wenn sie schläft, schnarcht sie wie ein Bär und unterhält damit die ganze Nachbarschaft. Tagsüber liegt sie faul, alle Viere von sich gestreckt, auf dem Balkon und lässt sich von der Sonne rösten.
Wenn ich vor dem Gassigehen mit dem Schlüssel an der Wohnungstür klimpere, vollführt sie wahre Kunststücke: Wie eine Primaballerina dreht sie drollige Pirouetten und kann den Beginn eines neuen Abenteuers im Park kaum erwarten.
Lustig wird es, wenn sie dann das Treppenhaus bewältigen muss. Hier hat sie einen sehr unkonventionellen Stil. Sie purzelt planlos, wie es gerade kommt. Ob seitwärts, rückwärts – sämtliche Richtungen sind vertreten. Anschließend wartet sie unten quickfidel auf uns.
Unser Schatz Sissy hat ihren ganz eigenen Kopf und braucht noch etwas Erziehung. Selig beißt sie in Herrchens Schuhe, und auch ein Stöckchen kann man ihr nur schwerlich wieder abnehmen. Hier funktioniert ausschließlich die Masche mit dem Leckerli!

Wir lieben unsere Madame Sissy über alles. Gerade ihre kleinen Macken machen sie so unverwechselbar und liebenswert. Sie ist eine Bereicherung in unserem Leben und daraus nicht mehr wegzudenken.

Wir sind der Meinung, dass Hunde in Not ein liebevolles Zuhause genauso verdient haben, wie ihre „Kollegen“ von den Züchtern.
Auch mit der Seite „Bulldogge in Not“ sind wir sehr zufrieden. Hier steht uns wirklich jederzeit die freundliche Community mit Rat und Tat zur Seite.

30.04.09

Written by Leo on April 30th, 2009

Gestern erhielt ich einige Mails in der eine Bulldogge in der Tötungsstation Paris sitzt und es wohl darum geht das der Hund dort getötet werden soll wenn er nicht schnellstens einen Platz findet. Ich habe mal die Kontaktperson angeschrieben, aber leider noch keine Infos erhalten. Evtl. hat sich ja auch schon ein Platz gefunden.

Momentan läuft die Vermittlung von Shari und ich hoffe das wir für das Mädchen einen passenden Platz finden. Morgen geht es zur VDH Ausstellung nach Dortmund. Bin mal richtig gespannt was dort für Bullys zu sehen sind. Ich werde hier in den nächsten Tagen mal einen kleinen Bericht darüber schreiben.

Nächste Woche ist dann die Mitgliederversammlung. Wer noch Lust hat am Sonntag mit seinem Bully zum Treffen zu kommen, der kann sich noch anmelden.

21.04.09

Written by Leo on April 21st, 2009

Das Bulldog Treffen rückt näher. Wir haben einen Platz gefunden wo wir uns treffen können. Einen eingezäunten Hundeplatz. Zur Zeit haben sich 42 Personen mit 26 Bullys angemeldet. Und ich denke es werden noch ein paar mehr. Was ich schön finde, das es Menschen gibt die sich vor einem Kauf eines Bullys sich informieren. Ich finde es wichtig das man sich im Klaren darüber ist was es heißt einen Bully zu besitzen. Für solche Aufklärungsarbeit ist auch Bulldogge in Not zuständig. Besser Vorsorge als Nachsicht. ;-)

Ich muss eingestehen, das der Zeitungsbericht gute Werbung war. Ich habe garnicht gewusst das doch einige Bullys hier in der Gegend sind. Da sieht man das doch mehr Zeitung gelesen wird als im Internet sich zu tummeln. Es wird in absehbarer Zeit eine Plattform endstehen, wo man sehen kann welcher Bulldog Freund wo sitzt. Wo gute Ärzte ansässig und noch ein paar schöne Dinge mehr. Anregungen erwünscht! Bitte an info@bulldogge-in-not.de